Polychrom
Luca Andrea Garzi
Polychrom von Luca Garzi beschäftigt sich mit der Flüchtigkeit unserer Wahrnehmung und der Frage, wie sehr unsere Eindrücke vom jeweiligen Moment abhängen.
Der polierte Zylinder aus Chromstahl reagiert auf seine Umgebung. Im Inneren werden die Geräusche der Umgebung in farbiges Licht umgewandelt, das auf die spiegelnde Oberfläche trifft. Licht, Klang und Bewegung verbinden sich zu einem Bild, das sich fortlaufend verändert. Wer sich um die Arbeit bewegt, erlebt, wie neue Farben, Reflexionen und Perspektiven entstehen. Kein Blick gleicht dem anderen, kein Bild bleibt bestehen.
Die schillernden Farbtöne gehören nicht dem Chromstahl. Sie erscheinen erst im Zusammenspiel von Klang, Licht, Material und Betrachtung. Luca sagt: «Mich interessiert nicht die Vielheit von Dingen, sondern der sich ständig wandelnde Zustand, in dem Eindrücke instabil und standortabhängig sind.»
So wird der Zylinder zu einem Sinnbild für die Flüchtigkeit unserer Eindrücke. Was wir sehen, verändert sich mit jeder Bewegung und jedem Geräusch im Raum. Die Arbeit erinnert daran, dass Wahrnehmung kein fixer Zustand ist, sondern ein ständiger Prozess des Sehens, Interpretierens und Veränderns.